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HauptmenĂŒ
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HĂ€ufig gestellte Fragen
Was ist Gravitation ?...
Mit Gravitation bezeichnet man die Eigenschaft von Massen, sich gegenseitig anzuziehen. Die Anziehungskraft ist von der Grösse der Massen und von deren Abstand abhÀngig.
Die Anziehungskraft nimmt quadratisch mit dem Abstand ab. Der erste experimentelle Nachweis der Massenanziehung gelang Cavendish im Jahre 1798 mit einer Torsionswaage.

Was ist der Unterschied zwischen G und g ?...
"Gross G" ist die ProportionalitÀtskonstante in Newtons Gravitationsgesetz. Sie stellt die
formale Beziehung her zwischen den Massen, dem Abstand und der daraus resultierenden Gravitationskraft. Inzwischen wird vermutet, dass G nicht konstant ist, sondern von
weiteren, bisher unbekannten Faktoren abhÀngen könnte. Anerkannter CODATA-Wert 2006 ist: G= ( 6,67428±0,00067 ). 10 -11 m3 kg-1 s-2. Die Genauigkeit dieses Wertes betrÀgt nur 0
,15%, was fĂŒr eine Fundamentalkonstante sehr ungenau ist. "Klein g" bezeichnet die
Beschleunigung, mit der ein frei fallender Körper im Gravitationsfeld der Erde an Geschwindigkeit zunimmt. Durchschnittlicher Wert: g=9,80665 m/s2 CODATA-Wert 2006.
Was bedeutet die Einheit Gal ? ...
Gal steht fĂŒr Galileo und ist eine andere Einheit fĂŒr die Erdbeschleunigung g, die vor allem
in der Geophysik verwendet wird. Es ist 1 Gal = 10 -2 m/s2, also g=981 Gal. FĂŒr die Beschreibung kleiner Effekte wird meistens mGal=0,001 Gal verwendet.
Warum gibt es auf der Erde unterschiedliche Gravitation, wovon ist diese abhÀngig und
wo ist sie am grössten ?...
Die Grösse der Erdanziehung, bzw. Schwerebeschleunigung g ist von der Masseverteilung
in der Erde abhÀngig. Je mehr Masse bis zum Erdmittelpunkt unter einem ist, oder je höher die Dichte dieser Masse, desto höher die Anziehungskraft. Mit einem Gravimeter
kann die lokale Erdbeschleunigung gemessen werden. Daraus lassen sich RĂŒckschlĂŒsse auch auf die Beschaffenheit des Untergrundes ziehen, z.B. HohlrĂ€ume oder Erzlager
erkennen. Die Schwerebeschleunigung hĂ€ngt von der geografischen Breite und der Höhe ĂŒber Meeresniveau ab. Auf Meereshöhe ist am Ăquator g=9,780 m/s2, am 45ten Breitengrad
g=9,807 m/s2 und am Pol g=9,832 m/s2. FĂŒr je 1m Höhe nimmt g um etwa 3*10 -6 m/s2 ab, solange h klein gegen den Erdradius ist.
Am Ăquator ist der Abstand vom Erdmittelpunkt gröĂer und damit die Schwerebeschleunigung geringer als an den Polen.
ZusĂ€tzlich wirkt die Fliehkraft aufgrund der Erdrotation der Fallbeschleunigung entgegen, so dass diese am Ăquator geringer ist. Der Effekt betrĂ€gt etwa 3 Gal.
Die lokalen Absolutwerte der Erdbeschleunigung können bei den LandesvermessungsÀmtern erfahren werden.
Wie verhÀlt es sich mit den Gezeiten ?...
Gezeiten entstehen durch die Rotation von Erde und Mond um den gemeinsamen
Massenschwerpunkt. Entscheidend sind die DifferenzkrĂ€fte zwischen Gravitations- und FliehkrĂ€ften. Diese sorgen dafĂŒr, dass sich auf der Erde sowohl auf der dem Mond
zugewandten, als auch auf der dem Mond abgewandten Seite ein Flutberg ausbildet. Daher gibt es zweimal am Tag Ebbe und Flut. ZusĂ€tzlich ĂŒbt auch die Sonne einen Einfluss
auf die Gezeiten aus, woraus durch Addition bei Neu und Vollmond Springfluten und durch Subtraktion bei Halbmond Nippfluten enstehen.
Die GezeitenkrĂ€fte lassen sich, auch unabhĂ€ngig vom Tidenhub der Meere, mit einem Gravimeter an jedem Ort der Erde messen. Sie liegen in der GröĂenordnung von 0,5 mGal
bis 1,1 mGal.
Ist es bisher gelungen, kĂŒnstlich eine schwerelose Umgebung zu schaffen ?...
Auf der Erde lĂ€Ăt sich kĂŒnstliche Schwerelosigkeit (bzw. Gewichtslosigkeit) bisher nur
dadurch erreichen, dass man einen Körper frei fallen lĂ€sst. Dies wird in ParabelflĂŒgen mit Flugzeugen oder in FalltĂŒrmen realisiert. Die erreichbare Dauer liegt im Bereich von
wenigen Sekunden (Fallturm) bis einigen Minuten (Parabelflug).

Gibt es Orte auf unserem Planeten, an denen das Gravitationspotential einen Körper (z.B. ein Auto) entgegen aller Erwartung auf einen Berg hochzieht ? ...
Bekannt fĂŒr sogenannte "Gravitationsanomalien" sind Orte wie Roca di Papa in Italien oder Karpacz Gorny in Polen.
Erst durch prÀzise Messungen konnte geklÀrt werden, worum es bei diesen PhÀnomenen wirklich geht. Die naheliegendste ErklÀrung ist eine optische TÀuschung, die einem
vorgaukelt, dass es bergauf geht, obwohl es in Wirklichkeit bergab geht. Dass ein nahegelegener Berg die Richtung der Gravitation verÀndert, ist praktisch ausgeschlossen,
aufgrund der viel zu geringen Masse im VerhÀltnis zur Erde.
Mit welcher Geschwindigkeit breitet sich die Gravitation aus ?...
Dass die Lichtgeschwindigkeit c die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Schwerkraft ist,
wurde 2002 von S. Kopeikin, E. Fomalont et al. experimentell bestÀtigt.S. Kopeikin gelang 1999 die Berechnung des Gravitationsfeldes eines sich auf seiner Bahn
bewegenden, rotierenden Planeten in AbhÀngigkeit von der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Schwerkraft. Wird die Ablenkung von
elektromagnetischen Wellen eines fernen Sterns im Schwerefeld eines Planeten gemessen, so lÀsst sich also mit Hilfe der Rechnung nach S. Kopeikin die
Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitation ermitteln. E. Fomalont nĂŒtzte 2002 Jupiter als den Planeten mit der gröĂten Masse im Sonnensystem und hoher
Eigenrotationsgeschwindigkeit, dessen Daten fĂŒr Berechnungen dank Raumsonden-Besuchen (wie etwa dem von Galileo 1995-2003) gut bekannt sind, als
Gravitationsquelle zur Ablenkung von Wellen. Die Wellen waren Radiosignale des Quasars J0842+1835.Die entscheidende Messung wurde am 8. September 2002
durchgefĂŒhrt.Ihr zufolge betrĂ€gt die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitation (1.06 * c) +/- (0.21 * c) (siehe http://www.csa.com/discoveryguides/gravity/overview.php unter The Speed of Gravity).Im Rahmen der Messgenauigkeit ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitation also
gleich der Lichtgeschwindigkeit c, wie es von A. Einstein schon etwa 100 Jahre zuvor in der Allgemeinen RelativitÀtstheorie angenommen wurde.
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